In den 70ern des 20. Jahrhunderts erlebten die Kampfkünste in Amerika ihren ersten Höhepunkt und waren bei einem Großteil der Jugend sehr populär. Oft wurden sie als alternativer Lebensweg betrachtet und so auch verwirklicht.
Die Filmlegende
Bruce Lee förderte die Weiterentwicklung der klassischen Kampf- künste, die seiner Ansicht nach zu starr waren. Er wollte viel mehr die Komponenten zur echten Verteidigung in den Vordergrund treten lassen und die Techniken an reale, zeitgemäße Kampfsituationen anpassen.
So entstanden bis weit in die 1980er viele moderne Kampfsportarten und Subsysteme, die später auch teilweise im militärischen Nahkampf Eingang gefunden haben.
Ein Freund Bruce Lees, der Koreaner
Jhoon Rhee, schuf mit seiner neuen Schutzausstattung die Möglichkeit des wirklichkeitsnahen Kämpfens.
Der Amerikaner
Anderson und der Deutsche
Brückner waren die Pioniere des "
All-Style-Karate", der
Urform des Kickboxens, einer Mischung aus Taekwondo, Karate und dem westlichen Boxkampf. Explosionsartig verbrei- tete sich diese neue Technik, da viele Amerikaner die alten asiatischen Formen zu beengend empfanden.
Mit Sportbegeisterung und Geschäftstüchtigkeit erschufen die Amerikaner daraus bald eine reglementierte Kampfsportart und gaben ihr die Bezeich- nung
Kickboxing. Damit wollte man wohl auch einen vollkommen west- lichen Ursprung implizieren. Heute ist Kickboxen weltweit anerkannter Kampfsport, hat aber in der Öffentlichkeit teilweise ein Imageproblem.
Da Kickboxen scheinbar rein amerikanisch ist und sich auf keine asiatische Philosophie, somit Moral beruft, sehen manche darin einen brutalen "Unsport", was auch immer das bedeuten mag.